Ich sitze schwitzend in der Hitze
Von einem Extrem ins andere: Nachdem ein Großteil der Schüler die letzte Zeit mit Lernen, Zuhören oder einfach Ruhigsein verbracht hat, haben wir nun wieder alle Hände, Füße und Rücken voll zu tun, die Kinder zu beschäftigen. Die Prüfungen zum Schuljahresende sind vorbei, die Freude darüber wird offensichtlich zur Schau gestellt.
Da die Älteren während der nächsten Tage keinen Unterricht haben, ihre Lehrer korrigieren die Prüfungen, würden sie nun auch morgens so viel zu tun haben wie nachmittags, und zwar wenig. Da das aber nicht erstrebenswert ist, war das Lehrpersonal der Schule mal kurz ein Fuchs gewesen und hat nach Vorjahresvorbild ein „Post-Exam Programme“ auf die Beine gestellt, das sich gewaschen hat. Spiel, Spaß und gute Unterhaltung. Ein Messer-Jongleur mit Hang zu Einrädern, Zaubertricks und Slapstick war schon (ohne Gage zu verlangen) am Start, Tänzerinnen bevölkerten mit elfengleichen Einlagen die Bühne sowie unsere Köpfe und Spiderman durfte auch mal kurz ran.
Der „Big Walk“ durch die umliegende Community lieferte dann noch einen schönen Ausgleich. Fünftausendundvierhundert Meter Marsch durch Inchanga, anderthalb Stunden Laufzeit. In Anbetracht von sengender Hitze, Krücken und Rollstühlen eine beachtliche Zeit, wie ich finde. Die Kinder sind alle hellauf begeistert, so etwas bekommt man nicht jeden Tag geboten. Noch stecken wir allerdings mittendrin im Programm.
Neuerdings wird wieder verstärkt Rollstuhlbasketball gespielt, wir haben eventuell die Option, während der Schulferien im Shongweni-Park zu arbeiten und ich bin bei Galgenmännchen an G-Unit gescheitert. Sonst ist eigentlich nichts Bedeutsames passiert.
Bis darauf, dass die Kinder einfach absolut hinreißend, lieb und verblüffend sind.
Hendrix und ich haben auch schon ein bisschen Schelte bekommen, der gerechte Zorn kleiner Mädchen hat uns erbarmungslos getroffen. Wir würden immer nur was mit den Jungs machen. Wir würden viel zu wenig Zeit mit ihnen, den Mädchen, verbringen. Wir würden nur zu ihnen kommen, wenn die Jungs uns zu ihren Hostels schleifen und als Ball-bettel-Respektsperson missbrauchen. Gott sei Dank ließen sie sich durch „Hochheben“ und ähnliche tolle Spiele besänftigen und kommen nun auch häufiger auf uns zu, anstatt irgendwo in einer dunklen Ecke zu sitzen, sich wundernd, warum wir nichts mit ihnen unternehmen.
Heute waren wir den ganzen Tag draussen, es ist nach einer kurzen Regenepisode wieder so, wie sich der Laie Suedafrika vorstellt: Ganz schoen heiss. Die South African Police Band war auch da und brachte alle Kinderlein und auch viele der Lehrerinnen zum Tanzen.
Mein Bericht ist doch noch nicht fertig, ich will lieber noch ein bisschen tunen und tweaken.
Jetzt muss ich aus dem Internetcafe hier raus, langsam wird es unertraeglich.
Bis zur naechsten Woche, halt, ein paar Bilder folgen noch.
David
Neue Worte
Seid gegruesst, meine fleissigen BlogleserInnen.
Es ist wieder an der Zeit, etwas von mir hoeren zu lassen.
Nach wie vor geht es mir wunderbar, das Leben hier gleicht einem Traum.
In der Schule geht es allerdings gerade etwas chaotisch zu, die Abschlusspruefungen sind momentan in vollem Gange. Lehrer sind in Eile, Schueler sind am Lernen und vormittags ist in der Schule nicht wirklich viel (Sinnvolles) fuer uns zu tun. Ab und zu beaufsichtigen wir die Kinder bei ihren Pruefungen oder beschaeftigen uns verstaerkt mit den Kleineren, die den Pruefungen aufgrund ihres Alters vorerst entgehen konnten.
So sind wir neulich in unseren alten Schulbus gestiegen und haben einen Ausflug zum Pavillion gemacht, einem Einkaufszentrum in Westville von gigantischen Ausmassen. Dort haben wir uns mit den Kleinen Schaufenster angeschaut und Waffeln mit Eis genossen. Man merkt richtig, wie die Kinder aufbluehen, wenn sie einmal die Moeglichkeit bekommen, sich ausserhalb des Schulgelaendes zu bewegen.
Am heutigen Morgen haben die Kinder der Grade 0 (Vorschulalter) wiederum etwas Aussergewoehnliches geboten bekommen. In den Raeumen der OT(Beschaeftigungstherapie) erwartete sie eine Ueberraschungsparty mit Tanz, Musik, Basteln und natuerlich Suessigkeiten. So kamen auch Hendrix und ich in den Genuss der wohl fruehesten Weihnachtsparty unseres Lebens. Die Schule schliesst bald, die Ferien nahen, es blaibt nur noch wenig Zeit fuer solcherlei Dinge, so wurde die Feier zeitlich eben “etwas” vorgezogen.
Wir haben auch vor, unsere Aktivitaeten mit den Kindern eher in den mittaeglichen Bereich zu legen. Es erscheint uns sinnvoller, morgens sind die meisten Kids beschaeftigt und brauchen unsere Aufmerksamkeit eher am Nachmitag. WIr haben bereits etliche schoene Stunden mit ihnen verlebt, aber ich moechte nicht zu sehr vorgreifen, mein zweiter grosser Bericht folgt in Wochenfrist.
Ausserschulisch haben wir auch einiges unternommen, zum Beispiel die UKZN ( University of KwaZulu Natal) aufgesucht und als hoechst interessant empfunden.
Jetzt versuch ich noch, neue Bilder hochzuladen.
Geckos fuer den Marc
Hier mal ein kleines Geschenk fuer meinen lieben Cousin
Durch unsere Ueberredungskuenste ist es uns gelungen, zwei ahnungslose Geckos im unser Zimmer zu locken. Wir sind voller Hoffnungen, dass sie uns von den allgegenwaertigen Schnaken befreien werden.
Hier zwei Fotos fuer dich als Trost, falls du doch keine Geckos bekommst.
Staudamm-Safari
Und wieder liegt eine ereignisreiche Woche hinter uns.Jan-Hendrik ist schon voll integriert und macht seine Sache sehr gut.Er hat viel Motivation und Enthusiasmus mitgebracht, man merkt ihm richtig an, dass es ihm hier gefaellt.
Waehrend seiner Eingewoehnungswoche sind wir auch gut in der Gegend herumgekommen. Wir haben einen ganzen Tag in
Durban verbracht und bereits zwei Safari-Parks aufgesucht.
Zuerst haben wir uns in den PheZulu Safari Park begeben, ein Sprung ins Ungewiss, da keiner von uns wusste, ob es sich lohnen wuerde. Hinterher waren wir uns jedoch einig, dass sich dieser Trip gelohnt hatte.
Sipho, ein Fuehrer, nahm uns im Offroader mit auf den “Bush Drive”
durch das riesige Parkgelaende.Wir bekamen Zebras, Impala-Antilopen und Gnus vor das Foto-Obejektiv. Spaeter, in einem abgegrenzten Bereich, dann sogar auch Krokodile und Schlangen.Das Besondere war jedoch, dass sich Sipho waehrend seinen Erlaeuterungen nicht nur an die Tiere gehalten hat, sondern uns auch viel ueber einheimische Pflanzen erzaehlte und oftmals auch vorfuehrte. Am naechsten Tag wollten wir dann einen kurzen Abstecher zum Shongweni-Staudamm machen, fanden uns dann aber irgendwie im Shongweni-Park wieder, vergleichbar mitdem
Park des Vortages. Hier bekamen wir ebenfalls Zebras, Impalas und Gnus geboten, der groesste Unterschied zum PheZulu war allerdings, dass wir uns zu Fuss durch die weite Landschaft bewegten. So kamen es dann auch, dass wir direkt nach einer Wegbiegung die Chance hatten, einer Warzenschweinfamilie in die Augen schauen zu koennen. Als diese sich dann geschlossen dazu entschloss, sich zu erheben, wechselten wir spontan die Laufrichtung. Meiner Meinung nach hat Jan-Hendrik ein gutes Bild von suedafrikanischer Tier- und Pflanzenwelt gewinnen koennen.Wobei er ja eigentlich gar nicht mehr Jan-Hendrik heisst.
Drei unserer vier Vorzivis hiessen Felix. Dieser Name hat sich in den Gedaechtnissen vieler Ethembeni-Ansaessigen unausloeschlich eingebrannt.So kommt es regelmaessig dazu, dass ich Devix genannt werde. Gut, bei Masha heisse ich Leffi, aber das ist was Anderes. Jan-Hendrik heisst jetzt auch Hendrix. Bei den ganzen Felixen, Devixen und Hendrixen kommt man sich manchmal vor wie in einer Asterix-Geschichte. Zur Schule: Hendrix ist ebenfalls der Meinung, dass wir verstaerkt nachmittags arbeiten sollten.
Unsere Zeit der Rotation ist vorbei und hat uns gute Einblicke in die Schule ermoeglicht. Jetzt wird der Wunsch, noch mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, immer groesser. Und es ist wirklich wichtig, dass etwas getan wird. Nach der Schule haengen die Kinder einfach rum und machen meistens nichts. Zumindest nichts Sinnvolles. Es macht mir riesigen Spass,
mich mit ihnen zu beschaeftigen und ich merke, wie sie dabei regelrecht aufbluehen. Da wir nun zu dritt sind, koennen wir auch sehr flexible agieren, was Vor- und Nachmittage angeht. Momentan sind wir auch dabei, einen festen Wochenplan zu erstellen, auf dem alle woechentlichen, feststehenden Aktivitaeten vermerkt sind.
Vielen Dank auch noch mal an Barni, der nach seiner Fahradtour von Plett nach
Durban auch bei uns reingeschaut hat. Nun hoffe ich, dass weiterhin alles so gut laeuft wie bisher, es koennte nicht besser sein.
Liebe Gruesse
David
Juhu! JH!
Freunde, es ist etwas Wundervolles geschehen.
In wenigen Augenblicken werden Jonas und ich uns aufmachen,
das Resultat unseres zweimonatigen Zusammenlebens in Augenschein zu nehmen.
Wir bekommen Nachwuchs!
Da Jonas, die alte Flasche, jedoch nicht in der Lage ist, ein Kind zu gebaeren, mussten wir uns fuer eine Leihmutter entscheiden.
Nun also werden wir den Flughafen aufsuchen und unseren Jungen aus dem Bauch eines maechtigen Flugzeuges ziehen.
Sein Name soll sein: JAN-HENDRIK
(An dieser Stelle stellt man sich fuer bestmoeglichen Effekt ein Donner-Geraeusch vor.)
Wenn ich mir vorstelle, wie ich meine Anfangszeit hier erlebt habe…
Hach ja, das wird bestimmt schoen fuer ihn, nicht zuletzt, weil wir uns gut um ihn kuemmern werden.
Jan-Hendrik, herzlich willkommen an Bord!
Mein erster Monatsbericht
Viel Spass bei der Lektuere, einiges duerfte schon bekannt sein.
Dieser Bericht richtet sich eher an diejenigen, die keinen Zugriff auf meinen Blog haben.
Dennoch lade ich ihn auch hier hoch.
David