Museumsbesuch

February 13, 2007 at 3:23 pm (.:Südafrika:.)

Am letzten Tage des ersten Monats des Jahres 2007 wurden wir von Mrs Mtolo angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, am darauf folgenden Tag die Grade 3 PD ins Natal Museum in Pietermaritzburg zu begleiten. Neben dem Aufsichtsjob hätten wir außerdem noch Gelegenheit, ein wenig tiefer in die afrikanische Kultur einzutauchen.

Klar, machen wir, zumal Ausflüge ja auch immer was Besonderes sind.

Am nächsten Tag haben Hendrix und ich also die 11 Schüler dieser Klasse eingesammelt und in den Schwitzkasten genommen, wie man den alten Schulbus durchaus bezeichnen kann.

In „Maritzberg”, wie Pietermaritzburg hier all überall genannt wird, ist es nämlich immer noch eine Ecke heißer als in Durban (Nein, nicht um 90 Grad). Aber zum Glück hat irgendein Fuchs den Fahrtwind erfunden, und ein anderer die Fenster noch obendrein.

Unsere Hauptaufgabe für den Tag bestand also darin, die Kinder in den Bus herein und aus ihm herauszuladen, selbiges galt natürlich auch für Rollstühle, die per Anhänger befördert wurden.

Angekommen in PMB wurde unsere Gruppe sogleich in einen hohen Kinosaal geführt, in welchem uns eine Frau Etliches über die bösen Dinosaurier erzählte. Der in meinen Augen wichtigste Punkt war der Hinweis, dass niemand von uns ein Zusammentreffen mit einer dieser prähistorischen Echsen überleben würde.

Danach wurde Jurassic Park gezeigt. Man sparte sich Vorgeplänkel und Storyline, zu sehen gab es konsequenterweise nur die gewalttätigsten Szenen. Danach, da bin ich mir sicher, gab es nicht auch nur ein einziges Kind, das noch an den vorausgehenden Warnungen der Frau mit dem roten Oberteil gezweifelt hätte. Sie konnte später dann bestimmt frohgemut nach Hause gehen, in dem Gewissen den Kindern wieder einmal aufs Neue etwas Lebenswichtiges beigebracht zu haben.

Nach der Filmvorführung machten wir einen Rundschub durch das gesamte Museum, was wirklich sehr interessant war. Ich bekam vieles zu sehen, zum Beispiel traditionellen Zulu-Schmuck, äonenalte Waffen oder auch schaurige Schamanenmasken. Die Begleittexte auf den Täfelchen waren ebenfalls sehr lesenswert, wieder viel gelernt.

Das Natal Museum in Maritzberg ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Besonders lustig wird ein Abstecher hierhin, wenn man zufällig saurophob ist und der Frau mit dem roten Oberteil über den Weg läuft.

 Homemade Rifles  Vitrinen  Sizwe

Permalink Leave a Comment

Reisebericht

December 4, 2006 at 12:55 pm (.:Südafrika:.)

Ich melde mich aus Port Elizabeth.

Wir sind auf dem Weg zu unserem Zwischentreffen in Plettenberg Bay.

Nach einer Uebernachtung bei einer Tomatenzuechterfamilie in East London sind wir nun in P.E. angelangt. Voraussichtlich muessen wir auch hier schlafen, morgen wollen wir dann in Plett sein.

Das Zwischentreffen wird bis zum 14. Dezember dauern, danach machen Hendrix und ich einen Abstecher nach Capetown.

Wahrscheinlich werden wir also ueber Weihnachten in Kapstadt weilen.

Im Dezember wird es recht schwer werden, mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich bitte alle, ein wenig Geduld zu haben und mich nicht zu vergessen, auch wenn ich keine Mails beantworte.

Wenn wir wieder in Durban sind, wird hier ein schoener Reisebericht von unserem Trip erscheinen.

Nun muss ich allerdings wieder los.

Liebe Gruesse und vor allem frohe Weihnachten!

David

Permalink 4 Comments

Mal wieder

August 30, 2006 at 8:47 pm (.:Berichte:., .:Südafrika:.)

Hiermit melde ich mich wieder einmal, um euch ueber den momentanen Stand zu informieren. Wir sind wie bereits erwaehnt bei den Rohwers in Waterfall um unser OAT abzuhalten. Mir geht es wieder gut und der Rest der Truppe ist auch fit. Mittlerweile sind wir schon ein bisschen tiefer in unser Gastland eingetaucht, heute waren wir beispielsweise in Durbans Innenstadt, die komplett anders ist als alle Staedte, die ich bis jetzt erlebt habe. Unglaubliche Hektik und riesige Menschenmassen bestimmen das Stadtbild, alle zwei Meter befindet sich ein improvisierter Stand, an welchem Orangen, Tierschaedel oder einfach alle moeglichen Dinge feilgeboten werden. Oft sieht man auch einfach einen Tisch am Strassenrand, auf dem ein paar Telefone stehen, sozusagen oeffentliche “Telefonzellen”. Ausserdem muss man hier extrem auf seine Sicherheit achten, besonders, wenn man anders ist als alle Anderen. 80% der Bevoelkerung Suedafrikas ist schwarz, dazu kommen noch ca. 10% Coloureds, also hellhaeutigere Schwarze. Den Begriff “Farbiger”, den Deutsche gerne fuer Schwarze gebrauchen, koennte man hier also nicht wirklich verwenden, da es ausser Farbigen eben noch die “richtigen” Schwarzen gibt. Die meisten Coloureds haben es ziemlich schwer und oft auch Identifikationsprobleme, da sie fuer viele Weisse zu schwarz, dagegen aber fuer viele Schwarze zu weiss sind. Zurueck zum Thema Sicherheit in suedafrikanischen Grossstaedten. Man sollte sich eben bewusst sein, dass man weiss ist. Falls man weiss ist. Nahezu alle Einheimischen implizieren eine weisse Haut und eine einigermassen gepflegte Erscheinung mit Reichtum oder zumindest ueberdurchschnittlichen Wohlstandsverhaeltnissen. Deswegen bietet man in ihren Augen ein gutes Opfer um angebettelt, oder im Extremfall ausgeraubt zu werden. Letzteres Risiko laesst sich recht gut minimieren, indem man nicht offensichtlich den Orts- und Kulturfremden heraushaengen laesst. Sprich zielloses Herumschlendern, laute Diskussionen in der Heimatsprache oder demonstratives zur Schau Stellen, wie man den Stadtplan moeglichst gross falten kann, sollte vermieden werden. Auch Praesentieren elektronischer Geraete wie Handys, Digitalkameras, Laptops usw. ist keine sehr gute Idee. In Sueadafrika werden sehr viele Verbrechen veruebt, dazu kommt, dass die Kriminalitaet hier besonders brutale Ausmasse angenommen hat, weswegen es an der Tagesordnung ist, Wachmaenner mit Uzis oder MGs herumstolzieren zu sehen.

Durbans Innenstadt

Wenn man sich mit dem Thema Sicherheit in Suedafrika beschaeftigt, spielt HIV/Aids ebenfalls eine sehr grosse Rolle. Auf diesem Gebiet sind viele Menschen leider immer noch nicht richtig aufgeklaert, ein guter Naehrboden fuer Irrglauben. Im Volkswund wird zum Beispiel behauptet, dass man die Krankheit Aids relativ einfach wieder los wird, man muesse nur mit einer Jungfrau schlafen. So kommt es leider oft dazu, dass kleine Madchen vergewaltigt und haeufig dann eben auch angesteckt werden. Oder wenn man sich Jacob Zuma anschaut, der Chancen auf das Amt des Praesidenten hatte: Zuma hatte Geschlechtsverkehr mit einer Frau, von der er wusste, dass sie HIV-positiv war. Er verzichtete auf Verhuetung, die Sache gelangte an die Oeffentlichkeit und zur Rede gestellt behauptete er, dass Ansteckung nicht moeglich gewesen waere, er haette doch hinterher geduscht. Aber das ist wieder ein anderes Thema, ueber das ich an anderer Stelle ausfuehrlicher berichten will. Allen Sicherheitsrisiken zum Trotz ist Durban eine wahnsinnig interessante und aufregende Stadt. Wir haben auch den Victoria-Market besucht, ein indischer Markt, auf dem man exotische Gewuerze aller Art erstehen kann.

Geheimwaffe

Permalink 1 Comment

Letztes Statement aus Deutschland

August 16, 2006 at 9:02 am (.:Südafrika:.)

Hier noch ein letztes Statement vor der Ausreise.

So, in wenigen Stunden werde ich jetzt im Flugzeug sitzen, das mich von Frankfurt nach Kapstadt trägt. Von da aus geht es dann weiter nach Durban, wo ich voraussichtlich morgen früh ankomme.

Ich wollte einfach noch einmal DANKE sagen.

Danke an all die, die mich unterstützt haben, in welcher Weise auch immer.

Leider weiß ich nicht, ab wann es mir möglich sein wird, mich wieder zu melden, aber ich werde es so schnell wie möglich tun.
Also ich bin jetzt keineswegs weg vom Fenster, ich bleibe natürlich erreichbar für all diejenigen, die mir etwas zu sagen haben.
Entweder per Mail oder eben durch Kommentare auf dieser Seite.

Zum Schluss bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich mich auf mein Abenteuer freue und alles dafür tun werde, dass es ein schönes und unvergessliches Jahr wird und zwar nicht nur für mich.

Bis bald und bleibt dran.
Es lohnt sich.

Euer David

Permalink Leave a Comment

Einführende Worte [2] – Jétzt géht’s ló-hòs

July 4, 2006 at 10:39 pm (.:Gelaber halt:., .:Südafrika:.)

So, jetzt hab ich also auch einen Blog.

 David 7

Und was für einen. „Ein richtiges Prachtexemplar von einem Blog“ könnte man wohl sogar behaupten.
Nun mag beim einen oder anderen aufmerksamen Leser eventuell die Frage nach der Existenzberechtigung von http://davidbruchmann.wordpress.com aufkommen.
Warum gibt es ihn? Was will jener ominöse davidbruchmann damit bezwecken,
was erhofft er sich davon?
Auf diese Frage gibt es sicherlich vielerlei Antwortmöglichkeiten.
Eine davon wäre, dass ich nun in der Lage bin, stolz bei mir in der Gegend herumposaunen
zu können: „Hey, ich hab ‘n Blog! Cool oder?“
Da es hier und da aber ab und zu angebracht ist, etwas mehr Tiefe an den Tag zu legen, entscheide ich mich nach kurzem Überlegen für die Variante zwei.
„Ich habe mir einen Blog angelegt, damit die Menschen, mit denen ich mich umgebe, stets auf dem Laufenden sind und sich ein Bild davon machen können, wie es mit meinem Leben so aussieht.“
Moment mal, da kommt mir soeben ein Gedanke. Was für ein Glück ich doch habe, dass ein Blog dafür konzipiert ist, noch ganz heiße und frische Gedanken und Einfälle unbürokratisch und unmittelbar auf den Bildschirm zu bringen.
Nun ist es ja so, dass eben diese Menschen, mit denen ich mich Tag für Tag oder Nacht für Nacht umgebe, ohnehin immer auf dem Laufenden sind, was meine momentane Lebenssituation angeht.
Warum also unnötigerweise dafür sorgen, dass die kostbare Zeit, in der man Musik hören, chinesische Weisheiten lesen, den heimischen Vorgarten bewässern oder ganz nebenbei mal schnell die Welt retten könnte, dafür verschwendet wird, bereits bekannte Informationen aufzunehmen? Gut, zugegeben, Musik und Blog geht gerade noch, aber fließendes Wasser und Tastatur machen sich nicht sonderlich gut gleichzeitig am selben Ort.
Langer Rede kurzer Sinn, es scheint mir angebracht zu sein, nun doch Variante drei auszupacken.
„Dieser Blog existiert aus dem Grund, dass die Leute, die mir etwas bedeuten, in der Lage sind, sich ein Bild meiner momentanen Lebenssituation zu machen, ist es ihnen doch nicht möglich, mir innerhalb des nächsten Jahres einen persönlichen Besuch abzustatten.“
Aha, da kommen wir der Sache schon ein erhebliches Stück näher. Der Blog dient also sozusagen als Megafon oder interkontinentales Sprachrohr.
Mir fällt gerade auf, dass es unglaublich ist, wie man jeden Scheiss künstlich in die Länge ziehen kann.
Bevor jetzt jemand keine Lust mehr hat, den ganzen Kram hier zu lesen und am Ende diesen Blog noch in schlechter Erinnerung behält, werde ich mich bemühen, die nachfolgenden Informationen schneller zu übermitteln.
Obwohl, lieber schlechte Erinnerung als überhaupt keine…
Sei’s drum. Interkontinental deswegen, weil ich den Rest des wunderbaren Jahres 2006 und noch ein gutes Stück von 2007 nicht in Deutschland verleben werde. Ja, es ist wahr, ich werde gehen. Ein ganzes Jahr lang werde ich nun nicht präsent sein, für alle, die zurück bleiben müssen, wird es ein Jahr voller Entbehrungen werden.

Also: David –> Flugzeug –> Südafrika

Dort befindet sich meine Zivildienststelle, die Ethembeni School.
Hierbei handelt es sich um eine Schule für sehbeeinträchtigte und
körperlich behinderte Kinder.
Mehr zu meinem Projekt kann man bald hier nachlesen, die Seiten von Jonas und Jan-Hendrik, die mich begleiten werden, habe ich bereits verlinkt.
Ja, ich bin ein alter Fuchs, ich weiß.

Gut, das war er jetzt also, der berühmt-berüchtigte „Erste Eintrag“.
Das kann ja heiter werden.
Bis bald
David

 David Bruchmann - Ich also

Permalink 3 Comments