Ich sitze schwitzend in der Hitze

November 15, 2006 at 12:32 pm (.:Berichte:.)

Von einem Extrem ins andere: Nachdem ein Großteil der Schüler die letzte Zeit mit Lernen, Zuhören oder einfach Ruhigsein verbracht hat, haben wir nun wieder alle Hände, Füße und Rücken voll zu tun, die Kinder zu beschäftigen. Die Prüfungen zum Schuljahresende sind vorbei, die Freude darüber wird offensichtlich zur Schau gestellt.

Da die Älteren während der nächsten Tage keinen Unterricht haben, ihre Lehrer korrigieren die Prüfungen, würden sie nun auch morgens so viel zu tun haben wie nachmittags, und zwar wenig. Da das aber nicht erstrebenswert ist, war das Lehrpersonal der Schule mal kurz ein Fuchs gewesen und hat nach Vorjahresvorbild ein „Post-Exam Programme“ auf die Beine gestellt, das sich gewaschen hat. Spiel, Spaß und gute Unterhaltung. Ein Messer-Jongleur mit Hang zu Einrädern, Zaubertricks und Slapstick war schon (ohne Gage zu verlangen) am Start, Tänzerinnen bevölkerten mit elfengleichen Einlagen die Bühne sowie unsere Köpfe und Spiderman durfte auch mal kurz ran.

Der „Big Walk“ durch die umliegende Community lieferte dann noch einen schönen Ausgleich. Fünftausendundvierhundert Meter Marsch durch Inchanga, anderthalb Stunden Laufzeit. In Anbetracht von sengender Hitze, Krücken und Rollstühlen eine beachtliche Zeit, wie ich finde. Die Kinder sind alle hellauf begeistert, so etwas bekommt man nicht jeden Tag geboten. Noch stecken wir allerdings mittendrin im Programm.

Neuerdings wird wieder verstärkt Rollstuhlbasketball gespielt, wir haben eventuell die Option, während der Schulferien im Shongweni-Park zu arbeiten und ich bin bei Galgenmännchen an G-Unit gescheitert. Sonst ist eigentlich nichts Bedeutsames passiert.

Bis darauf, dass die Kinder einfach absolut hinreißend, lieb und verblüffend sind. 

Hendrix und ich haben auch schon ein bisschen Schelte bekommen, der gerechte Zorn kleiner Mädchen hat uns erbarmungslos getroffen. Wir würden immer nur was mit den Jungs machen. Wir würden viel zu wenig Zeit mit ihnen, den Mädchen, verbringen. Wir würden nur zu ihnen kommen, wenn die Jungs uns zu ihren Hostels schleifen und als Ball-bettel-Respektsperson missbrauchen. Gott sei Dank ließen sie sich durch „Hochheben“ und ähnliche tolle Spiele besänftigen und kommen nun auch häufiger auf uns zu, anstatt irgendwo in einer dunklen Ecke zu sitzen, sich wundernd, warum wir nichts mit ihnen unternehmen.

Heute waren wir den ganzen Tag draussen, es ist nach einer kurzen Regenepisode wieder so, wie sich der Laie Suedafrika vorstellt: Ganz schoen heiss. Die South African Police Band war auch da und brachte alle Kinderlein und auch viele der Lehrerinnen zum Tanzen.

Mein Bericht ist doch noch nicht fertig, ich will lieber noch ein bisschen tunen und tweaken.

Jetzt muss ich aus dem Internetcafe hier raus, langsam wird es unertraeglich.

Bis zur naechsten Woche, halt, ein paar Bilder folgen noch.

 David

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